Emotionale Erpressung

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Re: Emotionale Erpressung

Beitragvon Heartbeat-is-Now » 15. Januar 2017, 02:03

das ist total gut, dass hier so zu lesen. Ich glaube, ich habe das unbewusst teilweise schonmal so gemacht und war auch oft schon Opfer solcher Tätigkeiten.

Meint ihr, dass man evtl selbst eher so handelt, wenn man dies selbst oft erlebt hat? Vielleicht ist dies bei mir unreflektiert geschehen. Danke beim Helfen des Bewusstmachens!

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Re: Emotionale Erpressung

Beitragvon Themis » 15. Januar 2017, 08:36

Hm, das glaube ich eigentlich nicht. Ich zumindest bin in Bezug auf emotionale Erpressung so ein gebranntes Kind, dass ich ständig checke, ob da vielleicht gerade eine Spur davon in meinem eigenen Handeln war. Das Ergebnis meiner Erfahrungen (von beiden Eltern) war also eher eine hyperkritische Selbstzensur.
Die wiederum ist leider ein wichtiger "Baustein" in meiner schizoiden Festung, der oft den Zugang zu vielleicht vorhandenen Emotionen, Wünschen etc. verlegt. Wenn mir diese gar nicht erst bewusst werden, ist das der sicherste Weg, auch keine Fehler zu machen ... und etwa irgendwas von jemandem zu erwarten, zu wünschen und mich damit von ihm abhängig zu machen.
Denn hinter jeder emotionalen Erpressung steckt ja der Wunsch, etwas vom Anderen zu erreichen, entweder um eigene Wünsche befriedigt zu bekommen oder den Anderen klein zu machen und sich dadurch selbst aufwerten zu können. Aber so weit komme ich wegen meines "Sicherungssystems" meist gar nicht. Von Anderen wird man dadurch als uneigennützig wahrgenommen, haha . da muss ich manchmal schon innerlich lachen.
Aber natürlich kann das bei anderen anders sein.
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Re: Emotionale Erpressung

Beitragvon Indigocat » 15. Januar 2017, 10:51

Themis hat geschrieben:Die für das Baby emotional aussichtslose Lage macht es erforderlich, alle Kraft in sich selbst zu konzentrieren, um überleben zu können - eine Kraft, die das Kind eigentlich noch gar nicht hat. Nachdem dieser "Muskel" dann einmal trainiert ist, bleibt er auch dauerhaft erhalten und behindert einen dann später als Erwachsenen. Die so genannte "Charakterbildung mit Abwehrfunktion" ... :katze:

Ich glaube eher, du meinst die Schutzschicht, die das Kind aufbaut und die sich hinterher nur sehr schwer wieder aufbrechen lässt. Unter der "emotionalen Kraft" verstehe ich eher eine hervorragend ausgebildete Impulskontrolle, diese lässt sich erkannt und richtig angewendet sehr wohl im Alltag und beruflich einsetzen und man kann damit sehr erfolgreich agieren. Man kann z. B. sehr fokussiert arbeiten und neigt nicht dazu, das Geld zu Fenster hinauszuschmeißen.
Zuletzt geändert von Schattentanz am 15. Januar 2017, 19:43, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat korrigiert
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Re: Emotionale Erpressung

Beitragvon Indigocat » 15. Januar 2017, 11:09

Heartbeat-is-Now hat geschrieben:Meint ihr, dass man evtl selbst eher so handelt, wenn man dies selbst oft erlebt hat? Vielleicht ist dies bei mir unreflektiert geschehen. Danke beim Helfen des Bewusstmachens!
Ich finde, das kann schon sein, wenn man sich zeitgleich nicht bewusst ist, dass so ein Verhalten "nicht normal" ist und man es anders nicht kennengelernt hat. Aber es ist prima, dass du es selber erkennst, da hast du alle Chancen, etwas daran zu ändern. Habe einen schönen Artikel zu den Thema gefunden:
http://selbstbewusst-werden.info/selbst ... ssung.html
Interessant besonders die Sicht der emotionalen Erpresser. Habe meine Mutter daraufhin getestet, aber sie will einen nicht halten, weil sie einen irgendwie liebt, sondern nur als Quelle für emotionale Zufuhr und um ihre pausenlosen kleinen Bosheiten loszuwerden, als denen sie wieder emotionale Zufuhr zieht. Also kein Mitleid.
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Re: Emotionale Erpressung

Beitragvon Themis » 15. Januar 2017, 15:45

Indigocat hat geschrieben:
Themis hat geschrieben:Die für das Baby emotional aussichtslose Lage macht es erforderlich, alle Kraft in sich selbst zu konzentrieren, um überleben zu können - eine Kraft, die das Kind eigentlich noch gar nicht hat. Nachdem dieser "Muskel" dann einmal trainiert ist, bleibt er auch dauerhaft erhalten und behindert einen dann später als Erwachsenen. Die so genannte "Charakterbildung mit Abwehrfunktion" ... :katze:
Ich glaube eher, du meinst die Schutzschicht, die das Kind aufbaut und die sich hinterher nur sehr schwer wieder aufbrechen lässt. Unter der "emotionalen Kraft" verstehe ich eher eine hervorragend ausgebildete Impulskontrolle, diese lässt sich erkannt und richtig angewendet sehr wohl im Alltag und beruflich einsetzen und man kann damit sehr erfolgreich agieren. Man kann z. B. sehr fokussiert arbeiten und neigt nicht dazu, das Geld zu Fenster hinauszuschmeißen.


Hallo Indigocat,
interessant, dass Du die "hervorragend ausgebildete Impulskontrolle" als positiv bewertest. :rätseln: Ich empfinde sie eher als sehr belastend und einengend. Denn die Impulskontrolle kann ich zwar nach Belieben einsetzen (allerdings gerade beim Geld gelingt es meist nicht, vermutlich, weil ich mich da nicht wirklich bremsen will ;) ), aber ablegen kann ich sie zu keinem Zeitpunkt, auch wenn ich mal etwas "lockerer" sein möchte. Allerdings habe ich auch sehr zwanghafte Persönlichkeitszüge, die das Ganze noch verstärken. Ich fühle mich da oft eher wie in einem Korsett, das ich eigentlich gern manchmal ablegen möchte.

Ich versuche gerade, mir vorzustellen, wie sich die "Schutzschicht" und die "emotionale Kraft" trennen lassen könnten. Bei mir sind die aber, glaube ich, fest verwachsen und bedingen bzw. erhalten sich gegenseitig. :roll:

Aber vielen Dank für die Anregung! :klatschen: Werde nochmal in mich gehen und das genauer auseinanderdividieren ... Könnte vielleicht hilfreich sein. :rätseln:
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Re: Emotionale Erpressung

Beitragvon Indigocat » 15. Januar 2017, 19:04

Themis hat geschrieben:interessant, dass Du die "hervorragend ausgebildete Impulskontrolle" als positiv bewertest. :rätseln: Ich empfinde sie eher als sehr belastend und einengend. Denn die Impulskontrolle kann ich zwar nach Belieben einsetzen (allerdings gerade beim Geld gelingt es meist nicht, vermutlich, weil ich mich da nicht wirklich bremsen will ;) ), aber ablegen kann ich sie zu keinem Zeitpunkt, auch wenn ich mal etwas "lockerer" sein möchte. Allerdings habe ich auch sehr zwanghafte Persönlichkeitszüge, die das Ganze noch verstärken.
Na ja, bin von Personen mit histronischer und Borderline-Persönlichkeitsstörung ausgegangen, bei denen ja die Impulskontrolle nicht so gut funktioniert. Möchte nie im Leben mit denen tauschen. :high:
Ich versuche gerade, mir vorzustellen, wie sich die "Schutzschicht" und die "emotionale Kraft" trennen lassen könnten. Bei mir sind die aber, glaube ich, fest verwachsen und bedingen bzw. erhalten sich gegenseitig. :roll:
Letztendlich ist es ja egal, welche Begriffe man dafür verwendet und was womit zusammenhängt... Ich zum Beispiel setze mir Ziele, überlege, wie ich sie erreichen kann in einzelnen kleinen Teilschritten und arbeite diese dann der Reihe nach ab. An der Schutzschicht feile ich aber auch noch...
Bedenken Sie, dass Sie nach den geistigen Gesetzen das, was Sie an sich oder an anderen ablehnen oder hassen, in Ihr Leben ziehen. Dadurch sollen Sie lernen, alles im Leben anzunehmen und zu lieben, auch die Dinge, die Sie momentan noch verabscheuen.


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