Arbeitsvergütung, Zuckerbrot und Peitsche

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Re: Arbeitsvergütung, Zuckerbrot und Peitsche

Beitragvon Geextah » 18. Juli 2020, 06:51

Ghostvoice hat geschrieben:ICH bin ein erklärter Gegner des BGEs!
...und ich arbeite nicht in einem ausbeuterischen Job, noch verdiene ich mir Reichtümer.

Bei all dem Zuspruch, den diese Idee von allen Seiten bekommt und den immer gleichen Argumenten dafür, sollte man meinen, daß gerade schizoide Menschen diese Utopie erstmal kritisch hinterfragen (und vielleicht darin die Dystopie sehen, die sie viel eher ist...)

Das sehe ich genau anders.
Natürlich hinterfragt man besonders als schizoider solche Strukturen, gar keine Frage. Jedoch bedeutet Utopie nicht, dass es nicht funktioniert, sondern, dass es kaum vorstellbar ist. So nach dem Motto "haben wir nicht gemacht, wird also nicht funktionieren - nehmen wir weiterhin den alten Weg"
Solche Strukturen kenne ich von meiner Arbeit. Genau deswegen, weil sich Leute immer wieder ärgern, dass Änderungen nicht vorgenommen werden oder viel zu lange brauchen, gibt es Menschen wie mich, die einen Job bekommen um Konzepte aufzustellen und durchzuführen, weil es sonst nie gemacht wird....

Nur weil man es sich nicht vorstellen kann oder sich viel zu sehr auf die negativen Punkte beschränkt "Dann wird wahrscheinlich keiner mehr arbeiten gehen oder niedere Arbeiten machen", dann wird auch kein Wechsel herbeigeführt werden.

Stellt sich mir die Frage, wenn eine solche Veränderung herbeigeführt werden sollte und es Menschen gibt, die dennoch an ihrer dystopischen Idee festhalten, ob nicht genau diese der Klotz am bein der Gesellschaft sind, welchen sie eigentlich in den neuen Strukturen vermuten....
"Erfindungen bedürfen der ungestörten Ruhe, des stillen, beständigen Nachdenkens und eifrigen Erprobens, und all dies gibt nur die Einsamkeit, nicht die Gesellschaft der Menschen."
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Re: Arbeitsvergütung, Zuckerbrot und Peitsche

Beitragvon Ghostvoice » 18. Juli 2020, 07:34

Geextah hat geschrieben:Jedoch bedeutet Utopie nicht, dass es nicht funktioniert, sondern, dass es kaum vorstellbar ist.
Utopie beschreibt eigentlich eine idealisierte Gesellschaftsform, in welcher die Bedürfnisse aller Einwohner abgedeckt sind. Deshalb habe ich auch diesen Begriff verwendet...

Geextah hat geschrieben:Nur weil man es sich nicht vorstellen kann oder sich viel zu sehr auf die negativen Punkte beschränkt "Dann wird wahrscheinlich keiner mehr arbeiten gehen oder niedere Arbeiten machen", dann wird auch kein Wechsel herbeigeführt werden.
Dieses Gegenargument zum BGE ist mir eigentlich zu pauschal und ich verwende es auch nicht. Ich habe Probleme mit den weitreichenderen Folgen eines BGEs: Migration, Xenophobie, Segregation, Selbstgefälligkeit, Abhängigkeit, usw...
Diese Tür war immer nur für dich bestimmt.Und nun werde ich sie schliessen.

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Re: Arbeitsvergütung, Zuckerbrot und Peitsche

Beitragvon Geextah » 18. Juli 2020, 09:07

Die Bedürfnisse alle Bewohner einer Gesellschaft wird man nie abdecken können, daher ist der Gedanke eines Ideals dahingehend auch nichtig.
(Ich bezog mich übrigens nicht auf die Inhaltsform der Utopie)

Sicher, die von dir angesprochenen Probleme sollte man nicht außer Acht lassen, wobei Selbstgefälligkeit dahingehend das geringste Übel ist.
Stellt sich die Frage, was man bei solchen auftretenden problemen machen will, also wie man diesen entgegenkommt oder -wirkt.

Man kann bei dem Thema nicht einfach sagen "Los Leute, jetzt bekommt ihr alle Geld", sondern muss sich überlegen was passiert wenn ein Land so umstellt und ob es nicht zB eine Abwanderung des Geldes geben kann, d.h. Menschen ihren Familien außerhalb des Landes zukommen lassen.
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Re: Arbeitsvergütung, Zuckerbrot und Peitsche

Beitragvon Ghostvoice » 18. Juli 2020, 10:04

Geextah hat geschrieben:Sicher, die von dir angesprochenen Probleme sollte man nicht außer Acht lassen, wobei Selbstgefälligkeit dahingehend das geringste Übel ist.

Ich sehe es eigentlich als das Größte dieser Probleme an, weil es die andern Probleme befeuert. Und ein BGE wird diese Selbstgefälligkeit untermauern, weil es Menschen rechtlich einen Anspruch auf Entgelt einräumt. Damit wird postuliert: aufgrund deiner Nationalität verdienst du es!
Das führt weg von Demut und hin zu einem verstärktem Anspruchsdenken. Und wozu das letzten Endes führt, sieht man besonders gut bei eingefleischten Rechten, welche an eine Überlegenheit aufgrund ihrer Nationalität glauben.
Auch dort wird ein Geburtsanspruch behauptet der losgelöst von jeder Leistung besteht. Naja, eben wie beim BGE: Gib mir, weil ich verdiene es!

Geextah hat geschrieben:Stellt sich die Frage, was man bei solchen auftretenden problemen machen will, also wie man diesen entgegenkommt oder -wirkt.
Niemand stellt diese Fragen!
Weil solche Konsequenzen noch nichtmal überlegt werden. Gespräche über das BGE beinhalten ausschließlich die Machbarkeit und den Anspruch darauf. Wenn man unbedingt für eine Sache eintritt, so ist es wenig populistisch auch auf Probleme hinzuweisen. Man konzentriert sich ausschließlich auf die vorteilhaften Aspekte. Und je problematischer ein Thema ist, umso populistisch er muss es verkauft werden...

Sollte einen so eine Gesprächsform nicht hellhöriger machen...?

Zugestehen muss ich aber dennoch: sich mit jemandem zu unterhalten, der das BGE kritisch sieht ist fast unmöglich - da sich ja alle Gesellschaftsschichten dafür aussprechen. Wie soll man da ernsthaft über Konsequenzen nachdenken, wenn man nur immer dieselben (bestätigenden) Meinungen hört. Ist ne ziemlich grosse, feste Informationsblase.
Geextah hat geschrieben:Man kann bei dem Thema nicht einfach sagen "Los Leute, jetzt bekommt ihr alle Geld", sondern muss sich überlegen was passiert wenn ein Land so umstellt und ob es nicht zB eine Abwanderung des Geldes geben kann, d.h. Menschen ihren Familien außerhalb des Landes zukommen lassen.

Das sorgt mich wieder kaum. Eingebürgerte Migranten würden einen Anspruch auf ein BGE haben und viele auch ihre Familien in ihren Heimatländern unterstützen.
Daraus würde aber auch folgern, daß neue Zuwanderer KEINE Chance auf Einbürgerung mehr haben würden. Jeder neue Staatsbürger hat Anspruch auf Entgelt - da müssten Massnahmen her, um nur die "unseren" in diesen Genuss kommen zu lassen!
Und wenn Migranten in jungen Jahren hierher kommen und bis zu ihrem Lebensende hier arbeiten und wohnen - sie wären - rechtlich - stets Gäste und Fremde. Deren Aufenthalt jederzeit gefährdet werden könnte.
Diese Tür war immer nur für dich bestimmt.Und nun werde ich sie schliessen.


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